Konzept Besucher-Management

Strategischer Ansatz zum Landkreisübergreifenden Besucher-Management

Die Zugspitz Region hat sich das Ziel gesetzt, "stärkster Magnet in den Alpen" zu werden. Mit einer nachhaltigen und ganzheitlichen Besucher-Management-Strategie ebnet sie hierfür in der Förderperiode 2022-2024 den Weg.

Die große aktuelle Herausforderung hinsichtlich des Besucher-Managements der Region liegt heute vor allem im Bereich Motorisierter Individualverkehr (MiV) und den damit einhergehenden temporären Flächenübernutzungen sowie negativen Begleiterscheinungen und Verhaltensweisen der Autonutzenden. Langfristig führen diese Aspekte insbesondere an Hotspots dazu, dass aus dem einzigartigen Erlebnis "Freizeit und Urlaub in der Zugspitz Region" ein beliebiges Konsumprodukt wird, welches die Zufriedenheit und damit die Wertschöpfung verringert.


Die hier vorgestellte Strategie strebt die langfristige Förderung des Landkreises als ganzheitlich nachhaltigen Lebens- und Erlebnisraum an. Zum Besucher-Management müssen dafür alle verfügbaren Maßnahmen als systemischer Ansatz koordiniert und umgesetzt werden. Dies beinhaltet die Förderung alternativer Fortbewegungsformen wie ÖPNV, Rad- und Fußverkehr sowie touristische Destinationsarbeit zur Entzerrung von Gäste- und Besuchsströmen.

Die sanfte Lenkung mit Anreizen für Verhaltensanpassungen wird dabei gegenüber harten Maßnahmen wie Sperrungen und Sanktionen bevorzugt. Arbeitsbereiche der sanften Lenkung sind vorwiegend die Anpassung des Produkterlebnisses, Gestaltung geeigneter Kommunikation und die umfassende Nutzung der Digitalisierungsmöglichkeiten.

Die Strategie schließt sich im Bereich Verkehr der Empfehlung des Nahverkehrsplans Garmisch-Partenkirchen an, der dem Landratsamt Garmisch-Partenkirchen im Dezember 2021 von der Ingenieursgesellschaft gevas humberg & partner vorgelegt wurde und konkretisiert diesen in Bezug auf touristische Handlungsräume.

Zielgruppe des Konzepts sind alle, die ihre Freizeit im Landkreis verbringen. Egal ob Einheimische, die zur feierabendlichen Radlrunde aufbrechen, Tagesgäste, die den Samstag am See verbringen oder Übernachtungsgäste, die ihren Jahresurlaub in der einzigartigen Natur- und Kulturlandschaft genießen.

Das Kernelement für das Gelingen des Konzepts ist die konstruktive Zusammenarbeit aller beteiligten Akteuren in der Region. Ob Gastgebende in Hotels und Ferienwohnungen, Mitarbeitende in Tourist-Informationen, Ranger, Produkt- und Kommunikationsverantwortliche in den DMOs; Mobilitätsverantwortliche des Landkreises und Vertreter der Kommunen: Nur wenn alle ihre Kontaktpunkte bewusst entsprechend der Zielstellung gestalten, kann Besucher-Management gelingen.

 

Problemstellungen:

Negative Wirkung auf Naturräume durch Übernutzung, wenn Autos widerrechtlich geparkt werden oder Müll in der Natur landet
Starke Frequentierung von Straßen und damit einhergehend Stau und eine Verschlechterung der Aufenthalts- und Lebensqualität
Überlastung von besonders attraktiven ÖPNV-Verbindungen, z.B. Eibseebus oder Regionalbahn Garmisch-Partenkirchen - München an einem Sommerwochenende
Konfliktpotenzial unterschiedlicher Nutzergruppen an besonders beliebten Orten, z.B. Mountainbiker und Wanderer bzw. Radfahrende und Spaziergänger
Fehlendes Personal in touristischen Betrieben, die die hohe Nachfrage bearbeiten können - vom Servicepersonal bis hin zu Busfahrern
Verbesserungsfähige Zusammenarbeit der Akteure in der Region (touristisch und nicht-touristisch), Denken in Ort- und Talschaften bzw. Betrieben, statt in tatsächlichem Gästeverhalten und "grenzenlosen" Bewegungsmustern

 

Die Strategie auf einen Blick:

Der strategische Ansatz wird anschaulich in drei Ebenen aufgeteilt:

Das Zielbild

Hierin wird beschrieben, warum es überhaupt einen landkreisweiten Ansatz zum Besucher-Management braucht. Im Zielbild wird die Vision und Mission der Zugspitz Region in dieses konkrete Thema übersetzt. Zudem werden mögliche Erfolgskennzahlen benannt, die sich aus dem Zielbild ableiten.

Die Handlungsprinzipien

Die Handlungsprinzipien konkretisieren, auf welchem Wege das Zielbild erreicht werden soll. Als grundsätzliche Regeln stehen sie als Fundament unter allen weiteren Maßnahmen und sollten immer mit bedacht werden. Die Prinzipien sind gleichwertig und stehen nebeneinander,
nicht in einer Priorisierung.

Die Maßnahmen 

Die Maßnahmen zeigen konkrete Handlungsoptionen auf, die im Laufe des Projektes erarbeitet wurden. Diese sind weiter unterteilt in Schlüsselmaßnahmen und weitere Maßnahmen. Die Schlüsselmaßnahmen sind die Voraussetzung dafür, dass alle weiteren Maßnahmen - z.B. in den Bereichen Produkt und Kommunikation - wirklich umgesetzt werden können.

 

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Anna-Lena Huber
Regionalmanagerin
Telefon: 08821 751-561
anna-lena.huber@zugspitz-region.de