Murnau-Werdenfelser Rind

Die Murnau-Werdenfelser Rinderrasse soll vor dem Aussterben bewahrt werden. Um dieses erklärte Ziel zu erreichen, hat die Zugspitz Region GmbH jetzt entsprechende Maßnahmen und Aktionen ins Lebens gerufen. Die dreijährige Aktion soll zudem die Förderung und den Erhalt der kleinstrukturierten bäuerlichen Landwirtschaft im Landkreis durch Erhöhung der Wertschöpfung für die Produkte vom und aus dem Murnau-Werdenfelser Rind vorantreiben.

„Mit dem Erhalt einer der ältesten einheimischen Rinderrassen der Welt unterstützen wir durch dieses Alleinstellungsmerkmal auch den Tourismus für die Region", freut sich Regionalmanagerin Lisa Loth über den Synergieeffekt. „Die Rasse ist identitätsstiftend nach innen und außen. Aus den Erzeugnissen können hochwertige Produkte für Einheimische und Touristen entstehen", erklärt die Verantwortliche des Vorhabens. Auch Landrat Anton Speer liegt der Erhalt der Rasse am Herzen, weil „die Murnau-Werdenfelser einfach zu unserem Landkreis gehören", wie er jetzt bei einem Pressetermin mit Hofbesichtigung der Familie Oswald in Eschenlohe betonte. So wird es in den nächsten drei Jahren für die rund 100.000 Euro Gesamtkosten eine 80-prozentige Regionalförderung durch das bayerische Finanzministerium geben. Neben dem  Erhalt der Rasse steht auch die Vermarktung von Fleisch und Milch auf dem Programm.

Ein weitere Schwerpunkt ist die Milch. So wurden bereits 20 Laibe Käse aus der besonderen Milch des Murnau-Werdenfelser Rindes in der Ettaler Schaukäserei produziert und jüngst von Gästen beim „ersten Anschnitt" als hervorragend befunden. Die Milch für diesen „Premiere-Käse"  stammt ausschließlich von Kühen aus den Eschenloher Höfen von Anton Oswald und Josef Jais. Letzterer ist Vorsitzender des Zuchtverbandes Murnau-Werdenfelser Rind und wie sein Kollege Oswald Feuer und Flamme für das Projekt. „Wenn die Resonanz positiv bleibt, werden wir den Käse-Vertrieb auch in Supermärkten vorantreiben", sagt Klement Fend vom Förderverein zum Erhalt des Murnau-Werdenfelser Rindes beim Ortstermin auf dem Oswald-Hof.

Das sind die Ziele des Projektes

Das Vorhaben zum Erhalt der gebirgstauglichen Rasse hat aber nicht nur den Fleisch- und Milchvertrieb im Auge – es geht um viel mehr. Die Zugspitz Region möchte die Zuchtbasis verbreitern, die Bestandszahlen erhöhen und eine nachhaltige Verbindung zum Tourismus herstellen. Die Verantwortlichen um Regionalmanagerin Lisa Loth sind sich bewusst, dass die Umsetzung dieser Ziele eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen wird. Natürlich setzt das ein umfassendes Marketingkonzept sowie den Markenschutz der Produkte von und aus dem Murnau-Werdenfelser Rind voraus. Und es geht auch um Qualitätssicherung der Zucht und der Gütererzeugung sowie um die Auszahlung hoher rentabler Erzeugerpreise für Milch, Fleisch und andere Erzeugnisse. Für einen langfristigen Erfolg müsse außerdem am Aufbau eines nachhaltigen Vertriebs für Zuchtrinder und deren Produkte sowie der Unterstützung des Zuchtverbandes bei Tierschauen gedacht werden. Regionalmanagerin Lisa Loth ist überzeugt, dass im Sinne einer Erfolgsgarantie auch die wissenschaftliche Begleitung und Forschung sowie eine kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit unumgänglich sind. Nur so könne man eine öffentliche Wertschätzung für den Erhalt der bedrohten Rinderrasse erzielen. „All diese Maßnahmen benötigen Zeit", erklärt die Regionalmanagerin. „Wenn alles gut läuft, funktionieren die Strukturen anschließend eigenständig", ist Lisa Loth zuversichtlich. „Die Beteiligten sind mit soviel Herzblut und Engagement bei der Sache – das kann eine besondere Bereicherung für die Region werden".

Das sieht auch Klement Fend so: „Ein Strohfeuer hilft uns nichts, wir müssen das langfristig sehen. Nur so hat die Landwirtschaft eine Chance, auch etwas für ihr Image zu tun". Alleine die Zuchtlinienvermehrung brauche seine Zeit, betont der Landwirt aus Oberammergau. Er fände es ewig schade, wenn es die Tiere nicht mehr geben würde.

Die Zugspitz Region hat für eine fundierte Bestandsanalyse im Landkreis Garmisch-Partenkirchen Landwirt Johann Probst aus Schwaigen engagiert, der in den nächsten drei Jahren das Projekt begleiten wird. 724 Murnau-Werdenfelser hat er bereits gezählt, aber das sind noch nicht alle. Bayernweit wird die Zahl auf 3000 Stück geschätzt. Die Erhöhung der Bestandszahlen und die Nutzung als Zweitnutzungsrind für Milch und Fleisch im Landkreis Garmisch-Partenkirchen ist Teil des geförderten Projektes.

Das Murnau-Werdenfelser Rind ist eine robuste Rasse, genügsam und gebirgstauglich. Es passt zur kleinstrukturierten bäuerlichen Landwirtschaft im Landkreis, worüber sich Landrat Anton Speer freut: „Das Murnau-Werdenfelser Rind ist wichtig zum Erhalt unserer Kultur und Almwirtschaft und es steht auch für Glaubwürdigkeit."

Bei Fragen und Anliegen zum Projekt „Erhalt Murnau-Werdenfelser Rind" wenden Sie sich bitte an das Regionalmanagement der Zugspitz Region GmbH, Lisa Loth unter Telefon 08821-751-564, E-mail lisa.loth@zugspitz-region.de oder Carolina Kiml unter Telefon 08821-751-561, E-mail carolina.kiml@zugspitz-region.de

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Johann Probst

Assitenz Projekt Murnau Werdenfelser Rind
Telefon: 0172-6684690
johann.probst@zugspitz-region.de