Klimafreundliche Wege durch den Landkreis

Klimafreundliche Wege durch den Landkreis

Wie im gesamten Alpengebiet, werden die Folgen des Klimawandels auch im Landkreis Garmisch- Partenkirchen in besonderem Maße spürbar sein. Etwa im Hinblick auf verstärkte Naturgefahren oder im touristischen Bereich. Eine intakte Naturlandschaft im Landkreis ist von höchster Bedeutung nicht nur für den Tourismus, sondern auch für die Land-und Forstwirtschaft. Maßnahmen zum Klimaschutz sollten daher intensiv verfolgt werden.

Ein wichtiger Ansatzpunkt zur Verringerung des Ausstoßes klimaschädlicher CO2-Gase, liegt im Bereich der Mobilität: Der Landkreis Garmisch-Partenkirchen ist geprägt durch eine extrem hohe Verkehrsbelastung. Vor allem in Tallagen gibt es nur wenig Ausweichmöglichkeiten für die vorhandenen Verkehrsführungen, sodass immer wieder über Tunnellösungen diskutiert wird, die mit einem hohen Investitionsvolumen und großen Auswirkungen auf den Naturraum verbunden sind. Am Wochenende und in der Hauptsaison gibt es regelmäßig große Staus am Autobahnende der A95. Dabei ist auch ein hoher Anteil an Transitverkehr enthalten, der weiter in den Süden fährt. Der Verkehr ist mit hohen Abgas- und Lärmbelästigung für die Bewohner des Landkreises verbunden. Für die Bürger des Landkreises wäre jegliche Entlastung des Autoverkehrs zugunsten von ÖPNV, Elektromobilität und Radverkehr, im Sinne des Landesentwicklungsprogramms Bayern 2013, eine Erleichterung. Der Ausstoß an klimaschädlichen CO2-Gasen sollte deutlich verringert werden. Dies steht auch im vom Landkreis Garmisch-Partenkirchen in Auftrag gegebenen „Integrierten Klimaschutzkonzept für den Landkreis Garmisch-Partenkirchen" (2012).

Oberziel: Der CO2- Ausstoß im Bereich Mobilität soll laut Klimaentwicklungskonzept des Landkreises bis 2035 um 30% gesenkt werden.Das Fahrrad soll im Bewusstsein der Bevölkerung und der politischen Entscheidungsträger noch stärker als alternatives Verkehrsmittel zum Auto gesehen werden. Dafür muss angemessene Öffentlichkeitsarbeit und Bewusstseinsbildung betrieben werden. Das Radverkehrsnetz muss analysiert und verbessert werden. Zudem sind Optimierungsmöglichkeiten hinsichtlich Wegeführung (Lückenschluss), Verkehrssicherheit und der Verknüpfung mit dem ÖPNV und elektrobetriebenen Fahrzeugen aufzuzeigen und umzusetzen.Die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Gemeinden muss durch das Regionalmanagement organisiert und verbessert werden.

Im Rahmen des Klimaschutzes sollen klimafreundliche Wege durch den Landkreis gesucht und ein integriertes Radwegekonzept erstellt werden. Ziele des Projektes sind die verstärkte Nutzung des Rads als Alternative für den Autoverkehr sowie die Verknüpfung zwischen ÖPNV, Radverkehr und Elektromobilität. Das Projekt gliedert sich in zwei Teile:

Ein externer Dienstleister erarbeitet ein Radwegekonzept: Dazu muss zunächst die Radinfrastruktur gerade innerhalb der Ortschaften analysiert werden, gerade im Hinblick auf die Abstimmung mit den Nachbarregionen. Zu untersuchen sind dabei Defizite bei der Beschilderungen (z.B. uneinheitliche oder doppelte Beschilderung), Lücken im Netz sowie Mängel in der Streckenführung. Zudem sind Optimierungsmaßnahmen aufzuzeigen. Beispielsweise soll bei der Beschilderung beachtet werden, dass nicht nur der nächste Ort, sondern auch die grobe Richtung und die großen Nachbarorte angegeben sind. Auch sollte gerade innerorts die Verkehrsführung auf ungefährliche Radwege abzielen. Das Konzept bindet natürlich auch den Radtourismus mit ein. So sind Hinweise auf radfreundliche Gastgeber sowie die mögliche Nutzung des ÖPNV für Fahrräder (Radträger auf Regionsbussen) vorhanden. Alle Radwege sollen online zur Verfügung stehen. Es soll möglich sein, als Nutzer auszuwählen, ob man z.B. mit einem E-Bike, einem Mountainbike oder einem Kinderanhänger unterwegs ist. Die Streckenführung ist dann auf die Bedürfnisse der einzelnen Zielgruppen abgestimmt (z.B. Ladestationen für E-Bikes, Breite und Steigung der Wege für Radanhänger). Am Ende erhält man ein mit allen Beteiligten abgestimmtes Konzept, das auch die Verbindung zum ÖPNV sowie zu neuen Formen der Fortbewegung (Elektromobilität) einbindet. Die Umsetzung der Beschilderung soll anschließend über das Förderprogramm LEADER gefördert werden. Hier ist ein externer Dienstleister wichtig, der die nötige Technik hat, die Radwege abzufahren und anhand von GPS-Daten eine online verfügbare Karte zu erstellen.Das Regionalmanagement arbeitet parallel an der Vernetzung aller Projektpartner. Ziel ist es, alle Beteiligte (Planer der Gemeinden und des Landratsamtes, Betreiber ÖPNV, Projektgruppe e-gap, Radsportvereine, Touristiker) zusammen zu bringen. Über allem steht das Ziel, den Landkreis verkehrlich zu entlasten und den Ausstoß von klimaschädlichen Gasen zu reduzieren. Durch die Gründung einer Expertenrunde soll das vorhandene Wissen gebündelt und in das Radwegekonzept eingebracht werden. Zusätzlich ist die politische Meinungsbildung, also die Teilnahme an Sitzungen und Besprechungen mit Entscheidern in den einzelnen Gemeinden zusammen mit dem externen Dienstleister Aufgabe des Regionalmanagements. Da die Zuständigkeit für Straßen und Wege in den Händen der Gemeinden liegen, es sich aber über ein landkreisübergreifendes Projekt handelt, bedarf es eines hohen Maßes an Koordination zwischen den Handelnden. Dabei sollen weder die Planungshoheit der Kommunen eingeschränkt noch kommunale Pflichtaufgaben übernommen werden.