2016

Für die Wirtschaftsförderung eines Landkreises ist ein enger Kontakt zu den Unternehmen sehr wichtig. Nur durch das Kennen der Leistungsträger und der Bedürfnisse der Unternehmen vor Ort kann eine gezielte Weiterentwicklung des Wirtschaftsstandortes Landkreis Garmisch-Partenkirchen erfolgen. Deshalb besucht der Beirat Wirtschaft und Soziales der Zugspitz Region zusammen mit Landrat Anton Speer jedes Jahr Unternehmen, die im Landkreis als Arbeitgeber, Ausbildungsbetrieb und Innovationsträger bekannt sind. In den vergangenen Jahren wurden beispielsweise die Firmen Trachten Grasegger, Schweiger Werkzeugbau, Oberland Mangold, Langmatz oder das Institut zur Fortbildung von Betriebsräten besucht, worüber im spitze!-Magazin bereits berichtet wurde.

Im Jahr 2016 wurden drei weitere innovative Unternehmen besucht, die in Ihrer jeweiligen Branche für hochspezialisierte Produkte und höchste Qualitätsansprüche stehen besucht. In diesem Jahr waren das GePe Geimuplast GmbH in Farchant, AaronChemistry und UnaveraChemLab GmbH in Mittenwald sowie EGO Dichtstoffwerke GmbH in Kaltenbrunn.

Die GePe-Geimuplast GmbH ist Teil der international agierenden, familiengeführten GEPE Gruppe, mit neun Firmen in sechs Ländern. Nach schwierigen Jahren zu Anfang der 2000er Jahre, konnte mit dem damals neuen Geschäftsführer Mario Kaltenegger der Turnaround geschafft werden. Die Arbeitsabläufe wurden optimiert, die Strukturen verschlankt und es erfolgte eine Fokussierung auf die Kernprodukte. Diese sind die Tierkennzeichnungen Q-flex für Rinder, Schweine, etc. und hochwertige technische Teile aus Kunststoff sowohl in sehr kleinen als auch sehr großen Stückzahlen. Mit dieser Neuausrichtung konnte die Mitarbeiterzahl wieder auf rund 40 erhöht werden, bei geplantem kontinuierlichen weiteren Aufbau. GePe-Geimuplast setzt nachhaltig auf den Landkreis Garmisch-Partenkirchen, in den letzten vier Jahren wurden insgesamt 2,1 Millionen Euro im Standort Farchant investiert und weitere Investitionen im siebenstelligen Bereich sind in Planung. Die Ausbildung ist ebenfalls eine Herzensangelegenheit von Geschäftsführer Mario Kaltenegger. Es werden Werkzeug-mechaniker/innen, Verfahrensmechaniker/innen Kunststoff- und Kautschuktechnik und Bürokaufleute ausgebildet. GePe-Geimuplast steht für die Produktion hochwertigster Kunststoffprodukte made in der Zugspitz Region. Laut Herr Kaltenegger ist GePe-Geimuplast „sehr gut für die Zukunft aufgestellt, die notwendigen Fachkräfte für das Wachstum des Unternehmens werden selbst ausgebildet. Wichtig für die Betriebe ist bezahlbarer Wohnraum für die Angestellten, dies ist eine Herausforderung, die der Landkreis und seine Kommunen lösen müssen."

Bereits vor mehr als 30 Jahren hat Dr. Hasso von Zychlinski in Mittenwald die UnaveraChemLab, als Spezialchemiehersteller gegründet. Vor sechs Jahren erfolgte der Zusammenschluss mit dem Unternehmen Aaron Chemistry von Sohn Alexander von Zychlinski zur Firmengruppe AaronChemistry & UnaveraChemLab. Die Firmengruppe entwickelt und synthetisiert Intermediate und Wirkstoffe für die internationale Pharmaindustrie. Weitere Substanzen werden für die Agro- und Fotoindustrie hergestellt. Dabei hat die Firmengruppe durch den Zusammenschluss der beiden Spezialunternehmen die Möglichkeit sowohl Kleinmengen im Grammbereich zu synthetisieren als auch Auftragssynthese von großen Mengen durchzuführen. Aktuell sind rund 20 Mitarbeiter bei der Firmengruppe angestellt, darunter auch Hochschulabsolventen, Doktoren und Chemielaboranten. Ausbildungsstellen bietet die Firmengruppe für Bürokaufleute und Chemielaboranten an. Der Chemiesektor ist eine Nischenbranche im Landkreis, was dazu führt, dass das Besetzen von Ausbildungsplätzen und freien Stellen eine Herausforderung darstellt und oft nur nach längerer Suche gelingt. „Die Firmengruppe ist in ihrer Nische als Spezialchemie-Hersteller sehr gut positioniert und stellt hochwertigste Wirkstoffe her. Weiteres Wachstum und Investitionen sind für die nächsten Jahre geplant, um den Standort Mittenwald weiter zu stärken," sagt Geschäftsführer Alexander von Zychlinski.

Innovation mit Tradition seit 1947 – mit einer fast 70-jährigen Geschichte ist die EGO Dichtstoffwerke GmbH am Standort in Kaltenbrunn ansässig. Dabei wird die Firma bereits in der dritten Generation von der Firma Goldmann in der Geschäftsleitung geführt. Der 400 Jahre alte Kreidebruch in Kaltenbrunn, Garmisch-Partenkirchen, ist die Basis für die Entwicklung des Unternehmens, das mittlerweile 100 Mitarbeiter beschäftigt. In diesem Jahre erfolgte eine Teilverlagerung des Betriebes von Gilching zurück zum Stammsitz nach Kaltenbrunn mit einem Arbeitsplatzaufbau im Landkreis für 15 Mitarbeiter. Stellte EGO in der Nachkriegszeit hochwertigen Kitt in großen Mengen als Dichtmaterial her, sind heute Butylbänder und Silikone die Hauptprodukte. Dabei dient die Kreide noch heute als hochwertiger Füllstoff für die modernen EGO-Dichtstoffe, mit denen das Unternehmen einer der führenden Qualitätshersteller für sicheres Abdichten und Kleben in Europa ist. Die EGO Dichtstoffwerke sind technologisch und personell zukunftsfähig ausgerichtet, um am Standort Kaltenbrunn erfolgreich wachsen und qualifizierte Arbeitsplätze im Landkreis anbieten zu können.